1823 | „Bauern mit beachtlichem Mensurkenntnissen“ – Warum die Bubenreuther „Bubenreuther“ heißen.

Bubenreuth: Für die Burschenschafter ist Bubenreuth, ein Bauerndorf am Fuße des Erlanger Rathsbergs, ein beliebter Treffpunkt. Vor allem im Gasthof „Mörsbergei“ kommt man gerne zusammen. „Hier ist ein Leben!“ schreibt der Freiheitsdichter Ernst Moritz Arndt im Jahre 1798. „Es war Burschenwelt aus Erlangen da, und da ist es laut.“ Der Ort verleiht den Erlanger Burschenschaftern schließlich seinen Namen, besonders in der Verfolgungs- und Verbotszeit, als andere Bezeichnungen verdächtig und gefährlich sind. „Vivat Bubenruthia!“ lesen wir die latinisierte Namensform als Stammbuch-Eintrag im Jahr 1823.

Eigenart: Die Bubenreuther des Dorfes verwachsen mit den studentischen Bubenreuthern zu einer engen Gemeinschaft, die bis heute ihresgleichen sucht. Die Dorfkirchweih wird zum gemeinsamen Fest, Bubenreuth ist Ort von Burschentagen und Festkommersen. „Auf Fechttagen eignen sich die Bauern als Zuschauer beachtliche Mensurkenntnisse an“, wie ein Bubenreuther Historiker schreibt, „sie haben schon bald bei den Kneipen der Burschenschaft ihren Tisch in der Wirtsstube, ohne sie ist die Bubenreuther Eigenart undenkbar.“

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