Der Erwerb der Mörsbergei im Jahr 1914
Aus: Ernst Höhne, Die Bubenreuther – Geschichte einer deutschen Burschenschaft, Erlangen 1936
Gerüchte: Im Sommer 1914 tauchten zum erstenmal Gerüchte auf (...): Jean [der Wirt der Mörsbergei] will den Gasthof verkaufen! Es drohte der Verkauf an eine Brauerei oder ein Ausbau des Anwesens, der seine Eigenart völlig zerstört hätte. Man munkelte sogar von der Anlage eines großen Gartens für Tanzbetrieb; damit wäre Bubenreuth für die Burschenschaft verloren gewesen. Ein Sturm der Entrüstung ging durch die Jungburschenschaft; man sah nur einen Ausweg: die Philister müssen das Anwesen kaufen.
Lebensfrage: Mit aller Entschiedenheit brachten die Jungen ihre Forderungen vor;
Alfred Meyer hatte die Jungburschenschaft zu ihrem Vorstoß veranlaßt, im Philisterium setzte sich vor allem
Hermann von Pfaff für den Kauf ein. Aber der Plan fand in der Vorstandschaft nicht sofort Anklang. Trotzdem spürten die Jungen, daß für den Bund das Schicksal Bubenreuths eine Lebensfrage war. In ihrer Not wandten sie sich unmittelbar an das Philisterium. Sie legten einen Plan über die Bewirtschaftungsmöglichkeiten vor und versandten gleichzeitig vorlaufige Zeichnungsscheine. Der Erfolg war überraschend. Binnen weniger Tage waren über 30 000 Mark gezeichnet.
Daniel Hilpert übernahm den Rest der Kaufsumme, damit war das Unternehmen gesichert; erst später erfuhr man, daß Hilpert seiner Burschenschaft Bubenreuth testamentarisch zugedacht hatte. Noch kurz vor dem Krieg wurde der Ankauf vollzogen.
Heimat: Der Wirtschaftsbetrieb samt dem Salettle sowie die angrenzenden Felder, dazu auch Grund und Boden um die Bubenreuther Eiche, wurden Besitz der Burschenschaft. Das war der Schlußstein in einer langen Entwicklung. Bubenreuth hatte für die Burschenschaft schon immer als Heimat gegolten, jetzt war es nicht mehr von ihr zu trennen.
Links:
– Homepage der Mörsbergei
>> www.moersbergei.de